Die Wurzeln der Schauspiele Kauns reichen bis 1947/48 zurück, als in der Nachkriegszeit erstmals ein Theaterverein gegründet wurde. Trotz einfachster Mittel und provisorischer Organisation entstanden im alten Schulhaus oberhalb der Kirche viel beachtete Aufführungen, vor allem sogenannte Stubenspiele. Zu den prägenden Persönlichkeiten der Anfangszeit zählten Meinrad Falkeis sen., Walter Maaß, Walter Venek und Theresia Huter. Mangels geeigneter Stücke wurden eigene Theaterfassungen, etwa aus dem Reimichl-Kalender, aufgeführt. Später folgten auch Werke bekannter Autoren. Nach einigen Jahren löste sich die Gruppe jedoch wieder auf.
Ein Neuanfang gelang 1982 im Rahmen einer Dorfbildungswoche, aus der ein neuer Theaterverein hervorging. Dabei wurde Josef Falkeis zum Obmann gewählt. 1984 wurde der Verein offiziell als „Heimatbühne Kauns-Kaunerberg“ gegründet und Mitglied des Landesverbands Tiroler Volksbühnen, 2004 erfolgte die Umbenennung in „Schauspiele Kauns“. Anfangs prägten vor allem junge Spielerinnen und Spieler das Ensemble. Mit dem ersten Freilichtspiel „Wiesejaggl“ im Jahr 1992 entwickelte sich das Freilichttheater zu einem fixen Bestandteil der Vereinsarbeit. Der nachhaltige Erfolg des Vereins beruht bis heute auf starkem Teamgeist, regionaler Zusammenarbeit und großem Gemeinschaftssinn.
In den ersten Jahren standen vor allem Lustspiele und klassische Dreiakter auf dem Spielplan, darunter Die drei Unglücklichen, Der flotte Jonathan, Der ideale Vater, Der geliebte Grobian und Die heißen Küsse von Dolores. Parallel zum wachsenden Spielbetrieb wurden erste Bühnenelemente in Eigenregie gebaut. Um die Qualität der Aufführungen weiterzuentwickeln, besuchten Mitglieder zudem Ausbildungen in den Bereichen Bühnenbau, Beleuchtung, Regie sowie Schauspiel für Anfänger am Grillhof.
Im Jahr 1992 wagten die Schauspiele Kauns erstmals den Schritt auf die Freilichtbühne. Mit dem Stück Der Wiesejaggl von Ekkehard Schönwiese wurde vor den Schlosshäusern in Kauns eine viel beachtete Uraufführung realisiert. Der große Erfolg führte in den folgenden Jahren zu weiteren Freilichtproduktionen wie Der Talkönig und Pfarrer Maaß, ebenfalls vor den Schlosshäusern. Der Wiesejaggl wurde zehn Jahre später erneut auf die Bühne gebracht. Mit dem wachsenden Publikum wurde auch eine eigene Zuschauertribüne angeschafft.
2004 wechselte der Freilichtspielort erstmals und vor der Burg Berneck wurde mit großem Aufwand eine neue Spielstätte geschaffen. Stromleitungen wurden verlegt und eine komplette Infrastruktur aufgebaut. Dort gelangte das Stück XXXAlpin zur Aufführung. Eine Fortsetzung am neuen Schauplatz war geplant, konnte jedoch aufgrund fehlender Genehmigungen nicht realisiert werden, sodass man wieder zu den Schlosshäusern in Kauns zurückkehrte.
Ein besonderer Höhepunkt folgte 2015 in Zusammenarbeit mit der Klangwelle Kauns: Das Musical Simba – König der Tiere begeisterte das Publikum vor den Schlosshäusern. Ein Highlight waren die aufwendigen Masken, die großteils von Obmann Josef Falkeis selbst angefertigt wurden. Im Jahr 2025 beteiligten sich die Schauspiele Kauns zudem am Freilichtstück 1945 – Widerstand Alpenfestung in Ried und leisteten mit Tribüne, Technik sowie mehreren Spielerinnen und Spielern einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Produktion.
Neben Komödien und klassischen Dreiaktern bewiesen die Schauspiele Kauns im Laufe der Jahre immer wieder Mut zu neuen und vielfältigen Theaterformaten. Mit Produktionen wie Totentanz und Grenz-Verstand wurden auch Dramen erfolgreich auf die Bühne gebracht. Darüber hinaus wagte man sich mit Sabina und Der nackte Kaiser Max an Biographiestücke. Regelmäßige Improvisationsschulungen führten zudem zur Umsetzung eigener Impro-Shows. Ein besonderes Anliegen war und ist die Jugendarbeit: Mehrmals wurden Theaterstücke mit Jugendlichen und Kindern realisiert. Durch den meist geringen Bühnenaufwand und reduzierte Requisiten war es möglich, flexibel zu bleiben, Spielorte zu wechseln und mit den Produktionen durch das ganze Land zu touren. Dabei entstanden zahlreiche langjährige Kontakte und Freundschaften mit anderen Theaterbühnen.